Probiotika für den Koiteich

Wenn man in Bezug auf Koi und Gartenteich von "Bakterien" spricht, dann denkt man häufig zunächst an Krankheitserreger oder an Filterbakterien. Es gibt aber auch Bakterien die unentbehrlich für den Organismus unserer Fische sind und die helfen, unsere Tiere gesund und widerstandsfähig zu erhalten.

Ein Probiotikum (Mehrzahl Probiotika), von gr. pro bios = ‚für das Leben‘, ist ein Präparat, das lebensfähige Mikroorganismen enthält, die eine gesundheitsfördernde Wirkung auf den Organismus, insbesondere auf den Darm haben.

Die am längsten als Probiotika angewendeten Organismen sind Milchsäurebakterien (Laktobazillen, z. B. Lactobacillus casei) und der Heubazillus (Bacillus subtilis). Aber auch Mannan-Oligosaccharide (MOS) produzierende Hefen, die das normale Wachstum der Probiotika fördern sind in Gebrauch.

    


Eine intakte Darmflora hat einen enormen Einfluss auf die Gesundheit. Ist der Darm durch eine ungesunde Lebensweise geschwächt, nehmen schädliche Mikroorganismen überhand und verdrängen die nützlichen Darmbakterien - das Milieu im Darm gerät aus dem Gleichgewicht. Die Abwehrkraft sinkt und Krankheitserreger haben leichtes Spiel. Probiotika können hier nachweislich Abhilfe schaffen.

Die Verwendung von Probiotika zur Steigerung der allgemeinen Gesundheit wurde lange Zeit unterschätzt. Auf diesem speziellen Gebiet können wir Koi- und Gartenteichbesitzer von den Forschungen und Erfahrungen der kommerziellen Aquakultur lernen. Tatsache ist, dass die Zugabe und Beimischung von Probiotika ein wichtiger Bestandteil in der Hälterung und Ernährung von Nutz- bzw. Speisefischen in der industriellen Fischzucht ist.

    

Durch Probiotika ist die marine Aquakultur inzwischen in der Lage echten BIO-Lachs zu produzieren.

Durch Impfung der Fische und durch die regelmäßige Zugabe von Probiotika über das Futter, kann in der modernen Aquakultur auf Medikamente wie Antibiotika verzichtet werden.

Zu verzeichnen ist außerdem ein signifikant besseres Wachstum und eine größere Toleranz gegenüber andauerndem Stress.



Was sind Milchsäurebakterien?

Der Begriff Milchsäurebakterien steht für eine Gruppe von nützlichen Bakterien, die durch Stoffwechsel aus Kohlenhydraten Milchsäure erzeugen. Derartige Bakterien finden sich in Pflanzen ebenso wie im Darm und den Schleimhäuten von Mensch und Tier. Auch in Milchprodukten aller Art sind die nützlichen Bakterien anzutreffen.

In der modernen Aquakultur zielt der Einsatz von Milchsäurebakterienstämmen darauf ab, die bedeutenden wirtschaftlichen Verluste, die durch eine erhöhte Sterblichkeit in der Massentierhaltung entstehen können, zu minimieren. Dabei werden Jungfische, deren mikrobielle Haut- und Darmflora noch nicht oder nur unzureichend entwickelt ist, gezielt mit förderlichen Bakterienkulturen besiedelt, welche daraufhin einen natürlichen Schutz gegen Krankheitserreger ausbilden. So kann eine prophylaktische Behandlung mit Milchsäurebakterien zu einem Konkurrenzausschluss von pathogenen (potentiell krankmachenden) Bakterien führen. Hierbei konkurrieren die Milchsäurebakterien mit schädlichen Erregern um Nährstoffe und Sauerstoff an den jeweiligen Schleimhäuten der Fische und verhindern somit eine unerwünschte Infektion.


Folgende Fakten sind wissenschaftlich erwiesen:

  • Milchsäurebakterien sind in der Lage andere schädliche Bakterien in einem Milieu zu verdrängen. Die Unterdrückung krankheitserregender Keime geschieht über Substanzen, die von den Milchsäurebakterien ausgeschieden werden. Durch Verdrängung schädlicher Bakterien können sie die Zusammensetzung der Bakterien im Wasserkreislauf sowie die Darmflora der Fische günstig beeinflussen.
  • Bestimmte Milchsäurebakterien enthalten in ihren Zellwänden beta-Glucane die das Immunsystem stimulieren. Diese Stimulierung hilft dem Organismus, sich gegen Krankheitserreger effizienter zur Wehr zu setzen.
  • Die Verdauung der im Futter enthaltenen Kohlehydrate wird gesteigert und verbessert und die Proteinverdauung verlangsamt. Hierdurch kann der Körper wertvolle Eiweißverbindungen besser ausnutzen. Das Futter kann also durch die Zugabe von Milchsäurebakterien besser verwertet werden. Folglich wird auch weniger Ammoniak ausgeschieden und das Wasser weniger belastet.
  • Der pH-Wert im Darm sinkt durch die Produktion von Milchsäure. Dies verschlechtert die Lebensbedingungen schädlicher Bakterien.


Die zuvor genannten Eigenschaften dieser bioaktiven Zusätze wirken sich natürlich auch förderlich auf erwachsene Fische aus. Allerdings hat sich bei erwachsenen Tieren in den meisten Fällen bereits eine - wie auch immer geartete - Bakteriengemeinschaft etabliert. Daher können in diesem Fall die Milchsäurebakterien ihre schützende Wirkung nur entfalten, wenn sie in regelmäßigen Intervallen verabreicht werden. Bei adulten Tieren werden Probiotika jedoch auch häufig eingesetzt, um die Effizienz der Futterverwertung und damit der Verringerung der Ausscheidungsprodukte zu bewirken. Aktuelle Studien zur Steigerung und Verbesserung der Reproduktionsfähigkeit liefern zudem vielversprechende Ergebnisse für adulte Tiere. So konnte in marinen Fischen eine signifikante Steigerung der Fruchtbarkeit sowie eine gesteigerte Überlebensfähigkeit der Embryonen nachgewiesen werden.

    

Da sich Milchsäurebakterien nicht dauerhaft im Teich oder Fischdarm ansiedeln können, sollte man sie - nach Bedarf - regelmäßig nachdosieren.

Die Probiotika in TriPond Pro-Balance können sowohl über das Futter, als auch über das Teichwasser verabreicht werden und enthalten zusätzlich wertvolle Vitamine, Mineralstoffe, Spurenelemente und Enzyme.

Wenn die Milchsäurebakterien direkt in das Teichwasser gegeben werden, sollte die UV-C-Anlage anschließend für zwei Tage ausgeschaltet werden.



Was sind Mannan-Oligosaccharide?

Mannan-Oligisaccharide (MOS) sind natürliche Zuckerkomplexe (Kohlenhydrate), die aus den Zellwänden der Bierhefe stammen. Sie verbessern die Darmgesundheit und Immunität indem sie das Wachstum und die Aktivität einer oder mehrerer Bakterienarten, insbesondere Milchsäurebakterien, im Darm gezielt anregen. Die „guten“ Bakterien nehmen zu, während die „schlechten“ weniger werden.

    

Links im Bild erkennbar:
MOS reduzieren das Wachstum von Krankheitserregern, indem sie diese daran hindern, sich in der Darmschleimhaut festzusetzen.

Die Effizienz der körpereigenen Immunabwehr wird erhöht und die Tiere werden somit widerstandsfähiger. Der Einsatz von MOS steigert auf diese Weise das Wohlbefinden und wirkt zudem gegen Stress.

    

In Studien aus der Aquakultur konnte gezeigt werden, dass die Anzahl an Vibrio-Bakterien, die bei vielen Fischarten (vor allem in Farmhaltung) große Schäden hervorrufen, mit MOS im Futter erheblich verringert wurden.

rechts: Effekte von MOS auf junge Karpfen in Beckenhaltung

    

Außerdem haben MOS einen positiven Effekt auf die Darmstrukturen. Ein Vergleich von Darmquerschnitten bei Regenbogenforellen, die ohne oder mit MOS-Zugabe gefüttert wurden, zeigt ein eindeutiges Ergebnis.

    

Die Anzahl und Länge der Mikrovilli (Ausstülpungen der Darmepithelzellen) werden durch den Einsatz von MOS deutlich erhöht. Dadurch wird die Oberfläche des Darms massiv vergrößert. Letztendlich führt das zu einer optimierten Verdauungsleistung, was den Fischen besonders bei niedrigen Wassertemperaturen zugute kommt.

Die Darmstrukturen bei Fütterung mit MOS (rechts) sind deutlich komplexer.


Zusammenfassend stellt der Einsatz von MOS eine entscheidende vorbeugende Maßnahme zur Erhaltung der Gesundheit der gefütterten Fische dar. Durch ihre erwiesenermaßen positive Wirkung, insbesondere in Bezug auf die Steigerung der Immunität, haben sich MOS als natürliche, funktionale Inhaltsstoffe einen Platz auf den Zutatenlisten von sera Koifutter und Koi Pure Koifutter sowie Saito Basic  und alpha Koifutter verdient.



Nutzen von probiotischen Futtermitteln und Wasser-Zusatzstoffen auf den Punkt gebracht

Probiotika welche Milchsäurebakterien und/oder Mannan-Oligosaccharide enthalten...

  • verbessern die Darmflora und sorgen für eine optimierte Futterverwertung
  • hemmen und verdrängen messbar krankheitserregende Keime
  • stärken das Immunsystem wodurch die Fische seltener erkranken
  • machen deutlich weniger medikamentöse Behandlungen, z.B. gegen bakterielle Infektionen erforderlich
  • wirken gegen Stress
  • verbessern die Wasserqualität