Teichpflege im Wandel der Jahreszeiten

 

In Abhängigkeit von den Jahreszeiten befindet sich der Gartenteich und alles was darin lebt in stetigem Wandel.

Wir möchten Ihnen zeigen worauf Sie achten sollten, welche Pflegearbeiten zu den jeweiligen Jahreszeiten anfallen und wie Sie häufig auftretenden, jahreszeitlich bedingten Problemen entgegen wirken können.

Ein schöner Teich ist keine Hexerei. Man muss nur verstehen was darin abläuft, die Zusammenhänge erkennen und die richtigen Maßnahmen ergreifen.

 


Teichpflege bedeutet maßgeblich Wasserpflege. Egal ob vitale Fische, gesundes Pflanzenwachstum oder einfach nur die Ästhetik, letztendlich hängt alles von der Wasserqualität des Teiches ab.

Wasserqualität hat zwei Gesichter: Ein klar nach außen sichtbares und eines, das sich dem Auge entzieht. So lassen sich im Teichwasser gelöste Nährstoffe nicht beim bloßen Hinsehen erkennen. Dabei ist es enorm wichtig zu wissen was sich im biochemischen System des Wassers abspielt, was fehlt oder auch im Überschuss vorhanden ist, damit im Bedarfsfall regulierend eingegriffen werden kann. Denn auch bei Gartenteichen gilt: Wahre Schönheit kommt von innen und will gepflegt sein! Die inneren Werte der Wasserqualität unterliegen ständigen Veränderungen. Die Jahreszeiten, Sonne und Regen, der Pflanzenbestand und der Stoffwechsel der Fische sowie Umwelteinflüsse wie z. B. Blütenstaub oder Laub haben maßgeblichen Einfluss auf die Wasserqualität.

Damit Sie immer wissen, was in und mit Ihrem Teichwasser los ist, sollten Sie es regelmäßig testen. Normalerweise ist es ausreichend einmal pro Woche die wichtigsten Wasserwerte zu prüfen und die gemessenen Werte schriftlich festzuhalten um Abweichungen und Tendenzen erkennen zu können. Die schnellste und einfachste Lösung bieten hierfür einfache Wasser-Teststreifen wie z.B. der sera 5in1 Quicktest. Wer es etwas genauer möchte wählt Flüssig-Tests am besten als Set im Testkoffer wie z.B. die Aqua-Testbox von sera oder alternativ das Photometer Söll Aqua-Check, für Perfektionisten, die es laborgenau wissen wollen.

Alles was den inneren Werten der Wasserqualität gut tut, finden Sie, vom Wasseraufbereiter mit Schleimhautschutz über Sauerstoff-Stabilisierer und Starter-Bakterien bis hin zu wertvollen Vitalzusätzen, bei den Wasserpflegemitteln.

 

Der Gartenteich im Frühling

Mit den ersten Sonnentagen erwacht der Gartenteich zu neuem Leben. Doch nicht nur die Fische freuen sich über die Frühlingswärme - auch die Algen beginnen zu wuchern. Um das biologische Gleichgewicht zu bewahren, ist es für den Gartenteich im Frühling wichtig, das Wasser von Algen und anderen Verschmutzungen zu befreien.

Schnee und Regen haben das Teichwasser in den letzten Monaten immer wieder verdünnt, sodass das Wasser jetzt unter Mineralstoffmangel leidet und schlimmstenfalls sogar ein Säuresturz droht.

 


Prüfen Sie zunächst die Karbonathärte (KH-Wert) und den pH-Wert. Die KH steht als Gegenkraft in direktem Zusammenhang zum Säuregrad des Wassers und dient der Stabilisierung des pH-Wertes. Eine zu niedrige Karbonathärte (< 3°dKH) führt zu starken pH-Schwankungen, was wiederum zu enormen Stress bei den Fischen führt. Darüber hinaus kann es über Nacht, wenn die Algen im Teich CO² an das Wasser abgeben, zum Säuresturz kommen. Sorgen Sie daher stets für eine ausreichende Karbonathärte von möglichst 5°dKH und mehr und einen pH-Wert zwischen 7,3 und 8,5.

Kurzfristig lässt sich das Wasser sehr bequem mit Söll Premium Koi Stabil oder Söll Teich Fit aufhärten. Langfristig empfehlen wir die Verwendung von Austernschalen.

Sofern die Wassertemperatur an der Wasseroberfläche über 5-6°C liegt und das Leitungswasser nicht kälter als das Teichwasser ist, empfehlen wir Ihnen einen ausgiebigen Teilwasserwechsel durchzuführen. Wenn Sie den Teich nicht bereits im vergangen Herbst von eingetragenem Laub und Schlamm befreit haben, dann tun Sie dies am besten jetzt und ersetzen Sie das abgesaugte Wasser durch frisches Leitungswasser. Auf diese Weise entfernen Sie nicht nur überschüssige Nährstoffe wie Nitrat und Phosphat aus dem Wasser, welche sich durch biologische Zersetzungsprozesse den Winter über im Wasser angesammelt haben, sondern senken zudem noch den Keimdruck und erleichtern Ihren Fischen den Start in die neue Sommersaison. Führen Sie diesen Schritt jedoch erst aus, wenn sich Ihre Fische zweifellos nicht mehr in der Winterstarre befinden und in den nächsten Tagen mit steigenden Temperaturen zu rechnen ist. Gehen Sie bei diesen niedrigen Wassertemperaturen sehr behutsam vor und stressen Sie die Tiere nicht unnötig. Führen Sie diese Pflegearbeiten bei Bedarf über mehrere Tage hinweg durch und achten Sie außerdem darauf, dass die Wassertemperatur durch den Wasserwechsel nicht mehr als 1-2°C/Tag ansteigt. Außerdem sollten Sie unbedingt einen Wasseraufbereiter mit Schleimhautschutz unmittelbar nach dem Wasserwechsel anwenden um Reizungen der Schleimhaut durch im Frischwasser enthaltenes Chlor zu unterbinden.

 

Filtersystem starten

Falls Sie Ihren Teich nicht beheizen und Ihr Filtersystem über den Winter stillgelegt haben, sollten Sie es nun wieder aktivieren. Beachten Sie jedoch, dass die Wassertemperatur des Teiches nicht unter 4°C fallen darf. Außerdem ist es sehr empfehlenswert beim Neustart der Filteranlage spezielle Filterstarterbakterien wie z.B. Söll Filterstarter Bakterien oder Pure+ Filter Start Gel einzusetzen. Diese sorgen besonders schnell dafür, dass die biologische Aktivität des Filters wieder in Gang gesetzt wird und somit von Beginn an optimale Voraussetzungen für eine gute Wasserqualität gegeben sind.

 

UV-C-Anlage wieder in Betrieb nehmen

Einzellige Algen, Parasiten und Keime vermehren sich mit steigender Wassertemperatur rasant und können den noch geschwächten Fischen sehr zusetzen. Zusammen mit der Filteranlage sollte daher auch die UV-C-Anlage wieder in Betrieb genommen werden.

 

Tauschen Sie vorher das Leuchtmittel der UV-C-Lampe aus, sofern dieses etwa 8000 Betriebsstunden erreicht hat. Auch wenn das alte Leuchtmittel noch funktioniert und brennt, hat es dennoch nach rund 8.000 Betriebsstunden (333 Tage) mehr als 60 % seiner Leuchtkraft verloren und arbeitet nicht mehr zuverlässig.

Außerdem sollte das Quarzglas bei Bedarf entkalkt werden. Das funktioniert hervorragend mit Essigessenz oder wenn es schnell gehen soll mit einer fertigen pH-minus-Lösung.

Unser Tipp: Fetten Sie die Dichtungsringe Ihrer UV-C-Anlage bei jedem Röhrenwechsel mit Vaseline oder Silikonspray ein. Dadurch lässt sich die Lampe nicht nur leichter zusammensetzen, sondern es verhindert auch, dass die Dichtungsringe irgendwann spröde und undicht werden.

 

Die richtige Fütterung im Frühling

Die zunehmenden Wassertemperaturen machen Teichfische hungrig. Es kann vom sinkenden Winterfutter mit steigender Wassertemperatur auf ein schwimmendes Koifutter gewechselt werden.

  Achten Sie besonders im Frühjahr darauf ein leicht verdauliches, aber dennoch energiereiches Koifutter zu verwenden. Koifutter wie z. B. KoiPure Energy, sera Koi Professional Frühjahr-/Herbstfutter und das leicht verdauliche sera Koi Professional Spirulina Farbfutter sind bereits ab einer Wassertemperatur von 8°C bestens geeignet und versorgen Ihre Koi mit allem was Sie jetzt dringend benötigen. Neben schnell verfügbarer Energie sind das vor allem Vitamine, Mineralstoffe und Spurenelemente im richtigen Mischungsverhältnis. Achten Sie darauf, dass das Futter möglichst frisch ist. Bereits geöffnetes Futter aus dem Vorjahr sollte nur verwendet werden wenn dieses richtig (luftdicht verpackt, trocken, dunkel und kühl) gelagert wurde. Bei falsch gelagertem Futter zerfallen die Vitamine sehr schnell. Das Futter muss deswegen nicht verdorben sein, ist aber nichts mehr wert.


Hier finden Sie das passende Futter für Ihre Koi nach Jahreszeiten sortiert.

 

Innovative Pumpentechnologie

Nicht frostsichere Pumpen, die in zu flachen Teichen belassen wurden, sind jetzt wahrscheinlich kaputt und müssen ersetzt werden. Bei der notwendigen Ersatzbeschaffung sollte die Wahl jetzt auf eine winterfeste Teichpumpe mit innovativer Frostschutztechnologie fallen. Diese modernen Teichpumpen können komplett einfrieren und laufen im Frühjahr unbeschadet wieder an.

Bei steigenden Strompreisen ist es wichtig, dass Filter- und Bachlaufpumpen so wenig Strom wie nur möglich verbrauchen. Das schont den Geldbeutel und die Umwelt.

Innovative Pumpentechnologie kann beides: Frostschutz bieten und Strom sparen. Bis zu 40 Prozent weniger Strom gegenüber herkömmlichen Pumpen verbrauchen Aquamax Eco Filter- und Bachlaufpumpen von Oase, die gleichzeitig mit intelligenter Frostschutztechnologie bis minus 20 Grad ausgestattet sind. Durch die hohe Energieeffizienz dieser Pumpen macht sich ihre Anschaffung schon nach kurzer Zeit bezahlt – und Frostschäden bei Teichpumpen sind Schnee von gestern.

 

 

Der Gartenteich im Sommer

Hochsaison - Zeit den Garten und die Teichanlage so richtig zu genießen!

Im Sommer erstrahlt der Gartenteich in seiner ganzen Schönheit. Aber gerade die Sommermonate erfordern die besondere Aufmerksamkeit des Teichbesitzers. Intensive Sonneneinstrahlung und ein reichhaltiges Nahrungsangebot verhelfen auch ungeliebten Algen zu üppigem Wachstum und schneller Massenvermehrung. Außerdem sinkt mit steigender Wassertemperatur der Sauerstoffgehalt im Teich und die Fische laichen auch noch ab. Doch mit der richtigen Teichpflege werden sich Fische und Pflanzen auch weiterhin wohlfühlen und prächtig weiterentwickeln. Und für den Teichbesitzer bleibt genug Zeit um die Füße entspannt hochzulegen.

 


Algen im Gartenteich

Algen sind wichtig für die biologischen Funktionen im Gartenteich. Sie dienen als wichtige Nahrungsgrundlage für Limnocopepoden und Kleinkrebse und tragen auch zur Sauerstoffversorgung im Teich bei. Vermehren sich Algen jedoch zu schnell und unkontrolliert, kann das ökologische Gleichgewicht im Teich massiv gestört werden. Die Folgen sind grünes Wasser durch Schwebealgen oder die Entstehung und massenhafte Vermehrung von Fadenalgen. Wobei die Ursachen für verstärktes Algenwachstum immer dieselben sind, nämlich überschüssige Nährstoffe in Form von im Wasser gelöstem Nitrat (NO3) und Phosphat (PO4) sowie lange sonnige Tage bei verhältnismäßig hoher Wassertemperatur.

Der natürliche Phosphatgehalt gesunder Gewässer liegt bei ca. 0,1 mg/l und darunter. Steigt der Phosphatgehalt im Wasser darüber, kommt es in Verbindung mit Nitrat und Sonnenlicht zu einer explosionsartigen Vermehrung unerwünschter Algen im Teich. Um das Algenwachstum auf ein natürliches Maß zu beschränken empfiehlt es sich den Phosphatgehalt auf 0,1 mg/l und darunter zu reduzieren.

  Die alljährliche Algenblüte wird durch einzellige Schwebealgen (Phytoplankton) hervorgerufen. Sie sind das erste Glied in der Nahrungskette und in natürlichen Gewässern und Biotopteichen die Nahrungsgrundlage allen Lebens. Von ihnen ernähren sich tierische Ein- und Vielzeller (Zooplankton), der Nahrung unserer Fischlarven. Wer den Anblick von grünem Wasser im Gartenteich nicht möchte sollte dennoch auf eine chemische Bekämpfung verzichten und auf eine UV-C Anlage zurückgreifen, diese ist umweltschonender und langfristig kostengünstiger.
Fadenalgen können dem Teichbesitzer die gute Laune gründlich verderben. Sie sind das typische Ergebnis von mit Phosphat überdüngten Teichen. Bei akutem Handlungsbedarf gegen überhandnehmende Faden­algen bietet es sich an auf einen effektiv und schnell wirkenden Fadenalgenvernichter zurückzugreifen. Die erste Wahl trifft in diesem Fall zweifellos auf den Marktführer, dem bewährten Premium Fadenalgenvernichter von Söll. Langfristig sollte man die Fadenalgen jedoch über die Phosphatbindung in den Griff bekommen.  

Nährstoffregulierende Maßnahmen brauchen ihre Zeit und sollten deshalb vorbeugend ergriffen werden. Ein Nährstoffüberschuss kann und sollte durch unterschiedliche Maßnahmen vermieden werden:

  • Entfernen Sie Laub und abgestorbene Pflanzenteile aus dem Wasser bevor diese im Wasser abgebaut werden.
  • Entleeren Sie Skimmer und Teich-Filteranlagen regelmäßig um eingetragene Schmutzstoffe aus dem Wasserkreislauf zu entfernen. Um Schmutzpartikel frühzeitig aus dem Teich-Filtersystem zu entfernen raten wir grundsätzlich dazu einen Spaltfilter oder Siebfilter bzw. Bogensiebfilter zu nutzen.
  • Verwenden Sie stets hochverdauliches Koifutter. Hochwertiges und gut verdauliches Koifutter wird vom Koi besser verwertet, wodurch letztendlich weniger ungenutzte Futtermasse vom Fisch ausgeschieden wird. Weniger Kot bedeutet weniger organische Wasserbelastung.
  • Führen Sie regelmäßige Teilwasserwechsel mit frischem Leitungswasser durch.
  • Verwenden Sie Phosphat bindende Bio-Filtermedien wie z. B. Hochleistungs Zeolithe.
  • Eine üppige Uferbepflanzung steht in ständiger Nahrungskonkurrenz zum Algenwachstum und trägt zum gesunden Teichklima bei. Besonders empfehlenswert sind Pflanzinseln, da diese zusätzlich den Lichteinfall ins Wasser reduzieren und gleichzeitig als Rückzugs- und Versteckmöglichkeiten für Fische dienen.

 


Sauerstoffgehalt und Teichbelüftung

Der Teich ist jahreszeitlich und klimatisch bedingten Temperaturschwankungen unterworfen. Als Folge davon schwankt der Sauerstoffgehalt im Teichwasser stark. Bei sommerlich hohen Wassertemperaturen sinkt in die Löslichkeit von Sauerstoff im Wasser.

    Die Grafik verdeutlicht die Verschiebung der Sauerstoffsättigung bei unterschiedlichen Wassertemperaturen. Sauerstoff löst sich wie alle Gase besser in kaltem als in warmem Wasser. Bei 0 °C sind bei 100 % Sauerstoffsättigung über 14 mg/l gelöst. Bei 20 °C sind es noch etwa 9 mg/l, bei 26 °C nur noch etwa 8 mg/l. Je nach organischer Belastung werden aber oft keine 100 % Sättigung erreicht – und 50 % Sauerstoffsättigung bei 20 °C entsprechen dann nur noch ca. 4,5 mg/l!


Hinzukommt, dass der O²-Gehalt großen Tag/Nacht-Schwankungen unterworfen ist. Tagsüber produzieren alle Wasserpflanzen (Algen) Sauerstoff, in der Nacht dagegen zehren sie Sauerstoff und geben Kohlendioxid ans Wasser ab. Vorbeugend ist gerade jetzt auf eine gute Wasserbewegung an der Oberfläche bzw. auf eine effektive Wasserbelüftung auch in der Nacht zu achten. Neben leistungsfähigen Teichbelüftern sorgen Wasserfälle, Wasserfontainen und Bachläufe für eine entsprechende Sauerstoffanreicherung des Wassers.

Bei akutem Sauerstoffmangel sorgen außerdem Präparate wie Söll Sauerstoff Aktiv oder Tripond Sauerstoff Aktiv für schnelle Abhilfe. Ein deutliches Signal für zu wenig O2 im Wasser sind Fressunlust und nahezu regungslose, dicht unter der Wasseroberfläche stehende bzw. nach Luft schnappende Fische. Im Zweifelsfall empfehlen wir den Sauerstoffgehalt mit einem Sauerstoff-Test zu prüfen. Sorgen Sie dafür, dass der Sauerstoffgehalt im Teichwasser niemals unter 5 - 6 mg/l abfällt.



Farbverstärkende und wachstumsfördernde Koi Fütterung im Sommer

  Im Sommer erreicht die Stoffwechselaktivität der Koi ihren Höhepunkt. Bei Wassertemperaturen von 18°C und mehr funktioniert die Verdauung am besten. Proteinreiches Futter wird nun in Körpermasse umgesetzt. Damit die Farben der Fische nicht auf der Strecke bleiben sollte das Koifutter jetzt zusätzlich farbverstärkende Komponenten enthalten. Das können z. B. Spirulina- und Haematococcus-Algen sein, die bereits im Koi Professional Spirulina Farbfutter von sera enthalten sind. Noch wertvoller, da gleichzeitig proteinhaltiger, sind Shrimps und Krill wie im Organix Koi Food von Söll. Zum Füttern aus der Hand bieten sich Koi Sticks an.


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Laichzeit

Wassertemperaturen über 20 Grad, die Koi halten sich im Flachwasser auf und schwimmen in wilden Bewegungen über- und untereinander her. Die Männchen scheuchen die Weibchen durch den ganzen Teich um sich ihren Trieben völlig hinzugeben. Die Fische können dabei eine solch enorme Kraft entwickeln, dass sie das ganze Becken aufwühlen. Gelegentlich können einzelne Tiere sogar aus dem Teich geschleudert werden. Diese ungestüme Art der Fortpflanzung führt gelegentlich auch zu Verletzungen. Von Schuppenverlusten, über eingerissene Flossen bis hin zu tiefen Wunden. Eine enorme Angriffsfläche für Bakterien, Pilze und Parasiten. Achten Sie daher während der Laichzeit besonders auf Verletzungen und behandeln Sie diese mit geeigneten Wundbehandlungsmitteln die speziell für die Anwendung im Koiteich abgestimmt sind.

  Durch den Einsatz von Laichbürsten können gezielt Laichplätze für Koi geschaffen werden. Ziel ist es mit Hilfe der Laichbürsten eine üppig bewachsene Zone von Unterwasserpflanzen zu imitieren die als Laichsubstrat dienen. Im Idealfall schafft man diese Zone im Freiwasserbereich unter der Wasseroberfläche, möglichst ohne störende Einrichtungsgegenstände um die Verletzungsgefahr der Fische zu minimieren. Darüber hinaus kann auf diese Weise der Laich bequem aus dem Wasser entfernt und ggf. in ein Aufzuchtbecken überführt werden.


 

 

Der Gartenteich im Herbst

Im Herbst sollten Sie Ihre Fische und den Gartenteich auf den Winter vorbereiten. Ob und wie gut die Fische den kommenden Winter überstehen werden wird eigentlich jetzt schon entschieden. Für gesunde und gut konditionierte Fische stellt die Überwinterung über Monate in kaltem und biologisch einwandfreiem Wasser kein Problem dar.

Die richtige Fütterung, die Teich- bzw. Wasserhygiene und die Vermeidung von unnötigem Stress haben nun oberste Priorität. Diese Faktoren ernst zu nehmen zahlt sich am Ende aus.

 

 


Die richtige Koi Ernährung im Herbst

Im Spätsommer und Herbst werden die Koi durch eine sogenannte „Konditionierungsfütterung“ auf den Winter vorbereitet. Wachstum und Farbenpracht sind nun nicht mehr das Hauptziel, vielmehr geht es jetzt darum die Fische so zu versorgen, dass sie auch im langen Winter genügend Energiereserven zur Verfügung haben und mit ausreichenden Vorräten aus der Winterruhe aufwachen.

Das optimale Koifutter für den Herbst hat einen Fettgehalt von mind. 10% und besteht aus besonders hochwertigen und kurzkettigen Fettsäuren und Proteinen mit einem niedrigen Schmelzpunkt. So werden zum Beispiel die im Saito Koifutter enthaltenen Fischmehle und Fischöle nur aus Fischen hergestellt die aus arktischen Meeren stammen. Dies bringt den Vorteil leichter Verdaubarkeit, auch oder gerade bei niedrigen Temperaturen.
Begründung: Lebewesen, die bei sehr niedrigen Temperaturen heranwachsen, bauen ihre Körper aus entsprechend kurzkettigen Fettsäuren und Proteinen auf. Langkettige Proteine oder Fette würden ihre Körper erstarren lassen. Diese niedrigen Schmelzpunkte erleichtern dem Koi sowohl die Verdauung, als auch die Aufnahme und Einlagerung der Fette im Gewebe. Die dabei angelegten Energie- bzw. Fettreserven stehen dem Koi in den Wintermonaten wieder zur Verfügung.

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Die organische Wasserbelastung im Herbst

 

Organische Wasserbelastungen durch in den Teich eingetragenes Laub und abgestorbene Wasserpflanzen sind ein oft unterschätzter Faktor für die Wasserqualität. Die Folgen können gravierend sein und sich unter anderem in zu starker Sauerstoffzehrung und erhöhtem Krankheitsrisiko äußern.

Unser Tipp: Eine effektive Oberflächenabsaugung fängt das Laub auf und stellt eine enorme Arbeitserleichterung dar.

Der Großteil organischer Wasserbelastungen wird oxidativ von Bakterien und anderen Mikroorganismen abgebaut. Hierbei wird viel Sauerstoff verbraucht, der dann an anderer Stelle, wie bei der Atmung der Fische, fehlt. Hohe Mengen organischer Stoffe im Wasser führen zu einer massenhaften Vermehrung der Mikroorganismen und der damit verbundenen Bildung von gefährlichen Schwefelwasserstoffen (Faulgase). Dies erhöht das Risiko von Krankheitsausbrüchen in zweifacher Weise: Einerseits durch Schwächung des Immunsystems der Fische, andererseits auch direkt durch erhöhten Keimdruck.

Die wichtigsten Vorbeugungsmaßnahmen gegen die Anreicherung organischer Stoffe im Gartenteich sind eine gute Teichhygiene und eine effiziente Filterung. Im Herbst, ggf. auch mehrmals im Jahr, sollte am Boden abgelagerter Schlamm abgesaugt werden. Zusätzlich kann der Teichboden an schwer zugänglichen Stellen, wie zwischen Felsen oder im Kiesbett mit einem Teichschlammentferner auf biologisch/oxidative Weise behandelt werden. Die Entfernung des Teichschlamms und ein damit verbundener Teilwasserwechsel von möglichst 30% und mehr sind die beste Grundlage für das sichere Überwintern Ihrer Koi in einem gesunden Milieu.

  Im Spätherbst können die vertrockneten Pflanzen der Uferzone  wie z. B. Rohrkolben und Schilf zurückgeschnitten werden. Dies verhindert, dass die langen Pflanzenstängel im weiteren Verlauf des Jahres ins Wasser fallen und sich dort zersetzen. Schneiden Sie die Pflanzen möglichst 20 - 30 cm oberhalb der Wasseroberfläche ab. Über die verbliebenen, aus dem Wasser ragenden Stängel ist im Winter bei geschlossener Eisdecke ein zusätzlicher - wenn auch geringer - Gasaustausch gegeben. Faulgase können entweichen und Sauerstoff kann eindringen.

 

 


Der Gartenteich im Winter

Auf die Frage, wie mit dem Gartenteich im Winter zu verfahren ist, muss anhand der Bauweise eines jeden Teiches geklärt werden. Windgeschützte Teiche mit einer großen Wassertiefe verhalten sich im Winter anders als flache Teiche die enormer Witterung ausgesetzt sind.

  • Muss der Filter auch im Winter betrieben werden?
  • Sollte der Teich beheizt werden?
  • Werden die Fische im Winter noch gefüttert?
  • Woher bekommen die Fische den nötigen Sauerstoff?
 

Auf diese unmittelbar zusammenhängenden Fragen werden wir in diesem Kapitel etwas intensiver eingehen und weisen dabei auf mögliche Fehler hin, die unter allen Umständen zu vermeiden sind.


Die Anomalie des Wassers

Dass unsere Fische den Winter im Wasser überleben können, verdanken sie einer ganz besonderen physikalischen Eigenschaft des Wassers. Man nennt diese Eigenschaft die Anomalie des Wassers. Sie bewirkt, dass Gewässer von oben nach unten gefrieren, bzw. dass Eis oben schwimmt. Ohne diese Eigenschaft würden die Gewässer von unten nach oben zufrieren und die Fische würden irgendwann tot auf der zugefrorenen Eisfläche liegen.

Die meisten Stoffe ziehen sich zusammen wenn sie sich abkühlen und verlieren damit immer mehr an Volumen. Wasser zieht sich zwar auch beim Abkühlen zusammen, aber nur bis plus 4 Grad Celsius. Bei dieser Temperatur hat Wasser die höchste Dichte und das kleinste Volumen. Wasser ist also bei 4°C am schwersten. Am Grund des Teiches hat das Wasser im Winter daher 4°C, die erforderliche Mindesttemperatur zur Überwinterung der Fische. Ist das Wasser kälter als 4 Grad, so nimmt das Volumen wieder zu und das Wasser wird leichter. Folglich schwimmt Eis oben.

Dieses Prinzip funktioniert allerdings nur einigermaßen zuverlässig, solange der Teich tief genug angelegt wurde (Teichtiefe mind. 2 m) und keine zusätzlichen Fremdströmungen wie z. B. Strömung durch Umwälzpumpen oder Lüftersteine entstehen. Selbst Wind an der Wasseroberfläche erzeugt eine gewisse Wasserströmung und kann insbesondere für flache Teiche zum Problem werden.

 


Wer seinen Teich im Winter nicht zusätzlich beheizen möchte ist daher gezwungen die Filteranlage etc. abzustellen, damit sich das Wasser durch die sonst vorhandene Zirkulation nicht weiter an der Wasseroberfläche abkühlt und der Teich nicht insgesamt auf unter 4°C unterkühlt wird. In jedem Fall empfehlen wir die Wassertemperatur regelmäßig, sowohl an der Wasseroberfläche, als auch am Teichboden zu überprüfen. Hierfür stehen jeweils unterschiedliche Teichthermometer zur Verfügung wie z. B. ein zuverlässiges analoges Schwimmthermometer für die Oberfläche sowie ein digitales Teichthermometer mit 3 m langem Sensorkabel für die Temperaturmessung am Teichboden. Ein bereits vorhandenes, Digitalthermometer für die Wasseroberfläche sollte unbedingt frostgeschützt aufbewahrt und erst im Frühjahr wieder eingesetzt werden.

 

Teichfilteranlage abschalten

Wenn die Temperatur an der Wasseroberfläche auf 4°C gesunken ist und weiterhin mit sinkenden Außentemperaturen zu rechnen ist, muss bei unbeheizten Teichen die Filteranlage abgeschaltet oder vom Teich getrennt werden. Entweder die Teichfilteranlage wird entleert um Frostschäden zu vermeiden  oder man lässt sie frostgeschützt in sich weiter laufen um die Filterbiologie zu erhalten. Besonders frostgefährdet sind Rohrleitungen und die UV-C Anlage.

 

Teichbeheizung und Temperatursicherung

Eine Beheizung des Teiches kann aus mehreren Gründen erforderlich und sinnvoll sein.

  1. Wie bereits erwähnt benötigen unsere Teichfische mind. 4°C zur Überwinterung. Für gesunde und gut konditionierte Fische stellt diese Temperatur über Monate hinweg kein Problem dar. Ständig schwankende Temperaturen durch unbeständiges Wetter sind für die Fische jedoch der reinste Stress. Stress schwächt das Immunsystem enorm und macht vor allem die empfindlichen Koi anfällig für Krankheiten. Eine Teichheizung fängt Temperaturschwankungen ab und leistet einen wertvollen Beitrag zu einem stabilen Wassermilieu.
  2. Bei falsch angelegten, zu flachen Teichen (weniger als 1,5 - 2 m Wassertiefe) sollte im Bedarfsfall die Zuschaltung eines am Boden liegenden Teichheizkabels möglich sein um 4°C am Teichgrund gewährleisten zu können. Die Vorkehrungen bzw. Verlegung des Heizkabels sollte bereits im Herbst erfolgen. Dank der oben erwähnten Anomalie des Wassers benötigt das Teichheizkabel zur Temperatursicherung auf 4°C sehr wenig Heizleistung.
  3. Teichbesitzer die Ihre Fische auch im Winter noch täglich füttern wollen und keine Heizkosten scheuen, beheizen die Teichanlage auf 12°C und mehr. Je nach Teichbauweise sind hierzu verhältnismäßig hohe Heizleistungen erforderlich. Eine derartige Teichbeheizung erfordert eine ausführliche und individuelle Beratung mit umfangreichen Überlegungen hinsichtlich der vorhandenen baulichen Gegebenheiten, weshalb wir an dieser Stelle nicht weiter darauf eingehen wollen. Gerne können Sie sich hierzu telefonisch von uns beraten lassen.

In jedem Fall ist es sinnvoll über eine entsprechende Isolierung des Teiches nachzudenken. Von der Industrie abgeschaut, kommen isolierende Teichabdeckbälle aus lebensmittelechtem PE immer häufiger zum Einsatz. Abdeckbälle haben nicht nur hervorragende isolierende Eigenschaften, sondern passen sich zudem jeder individuellen Teichform an und ermöglichen, im Gegensatz zu Noppenfolie und Styroporplatten, einen Gasaustausch an der Wasseroberfläche. Achten sie beim Kauf solcher PE-Bälle unbedingt auf ein vorhandenes TÜV-Zertifikat. Nicht alle im Handel erhältlichen Teichabdeckbälle sind wirklich lebensmittelecht und enthalten keine gefährlichen Weichmacher.

 

Koifütterung im Winter

Gelegentlich hört oder liest man, dass Koi unter 10°C nicht mehr gefüttert werden sollten. Die Begründung für diese Aussage liegt darin, dass Koi als wechselwarme Tiere bei Temperaturen unter 10°C einen sehr langsamen Stoffwechsel haben, wodurch die Verdauung und Nährstoffverarbeitung sehr lange dauert. Es wird von der Gefahr gesprochen, dass das Futter unverdaut im Darm liegen bleiben und zur Verstopfung führen könnte.

Zweifellos ist richtig, dass die Verdauung bei diesen kühlen Temperaturen sehr langsam funktioniert. Daher müssen die Futtermengen und die Zahl der Fütterungen den Wassertemperaturen und der Aktivität der Fische angepasst werden. Man füttert nicht mehr täglich, sondern nur noch alle 2 - 3 Tage ein paar wenige Pellets pro Fisch, sofern die Koi noch schwimmen und aktiv nach Futter suchen. Denn Aktivität bedeutet Energieverbrauch. Der Energieverlust ist enorm und schlimmstenfalls die Ursache für schwere Gesundheitsprobleme im Frühjahr oder sogar ein tödliches Energiemangelsyndrom. Wenn Koi also fressen wollen, sollen sie auch Futter bekommen, solange das Futter für die jeweiligen Wassertemperaturen geeignet ist. Es ist daher unbedingt darauf zu achten, dass ein spezielles Koi Winterfutter zum Einsatz kommt. Dieses ist auf die niedrigen Wassertemperatur abgestimmt und dadurch besonders leicht verdaulich.

Winterfutter für Koi sinkt zu Boden und schwimmt nicht an der Oberfläche. Je nach Beschaffenheit des Futters ist es zudem sinnvoll die Futterpellets, wie z. B. Saito Energy CS einige Minuten vorquellen zu lassen bevor man diese in den Teich gibt. Aufgequollenes Futter nimmt ein größeres Volumen ein und hat zur Folge, dass die Fische insgesamt weniger Pellets aufnehmen. Koi Pure Energy sinkend oder sera Koi Professional Winterfutter sowie unser als Winterfutter geeignetes KoiCompetence Störfutter kann sofort in den Teich gegeben werden, da diese Futtersorten kaum bis gar nicht aufquellen.

Hier finden Sie das passende Futter für Ihre Koi nach Jahreszeiten sortiert.

 

Sauerstoffversorgung im Winter

Zunächst muss man wissen, dass an jeder Wasseroberfläche ein reger Gasaustauch statt findet. Dank der Molekularbewegung diffundieren im Wasser gelöste Gase auch ohne zusätzliche Wasserströmung in die entlegensten Ecken des Teiches. Problematisch wird es jedoch wenn der Gasaustausch durch die geschlossene Eisdecke verhindert wird. Ein komplettes Zufrieren der Wasseroberfläche ist daher in jedem Fall zu verhindern.

Sobald die Filteranlage ausgeschaltet wird und sich Eis auf dem Teich bildet, ziehen sich die Fische in die wärmere Wasserschicht auf den Teichboden zurück. Auch wenn sie dort den Stoffwechsel herunterfahren und in eine gewisse Winterstarre verfallen, atmen Sie immer noch Ammoniak über die Kiemen aus und benötigen selbstverständlich auch Sauerstoff. Sind sehr viele Fische auf engem Raum, kann es im Laufe der Wochen zu einem bedrohlichen Sauerstoffmangel oder einer Ammoniakvergiftung kommen. Die Fische steigen dann zur sauerstoffreicheren Oberfläche auf, wobei letztendlich die Gefahr besteht, dass sie erfrieren und komplett vom Eis umschlossen werden. Bei stark besetzten Teichen raten wir daher auf Sauerstoff-Depot-Tabletten zurückzugreifen. Eine zusätzliche Wasserbelüftung über Lüftersteine darf nur wenige cm unter der Wasseroberfläche erfolgen, da andernfalls die Gefahr besteht, dass es zu einer ungewollten Wasserumwälzung und somit zu einer Vermischung der unterschiedlichen Temperaturschichten kommt.

  Unterstützend können außerdem noch die japanischen Marimo Algenbälle in den Teich eingebracht werden. Die intensive Produktion von reinem Sauerstoff kann an sonnigen Tagen dazu führen, dass die Bälle feine Sauerstoffbläschen an den Haarenden bilden. Dieses Schauspiel ist jedoch nur bei sommerlichen Wassertemperaturen zu erwarten, da der Stoffwechsel der Alge dann besonders hoch ist.
Selbst im Winter, wenn andere Unterwasserpflanzen bereits abgestorben oder zurück gegangen sind, funktioniert die Sauerstoffproduktion der Marimo Algenbälle immer noch sehr gut.

 

Eisfreihalter mit Heizelement sorgen zuverlässig für Gasaustausch

Damit auch bei geschlossener Eisdecke der notwendige Gasaustausch gewährleistet werden kann sollte unbedingt ein Eisfreihalter zum Einsatz kommen. Optimal für diesen Zweck sind kleine, an der Wasseroberfläche treibende Teichheizer.


 

Die Eisfreihalter Oase Ice Free Thermo 330 und Schego Therm Vario verfügen über einen integrierten Frostwächter, wobei der Schego Therm Vario zusätzlich noch in der Leistung von 100 - 300 Watt geregelt werden kann.

Achtung! Eine bereits geschlossene Eisdecke darf keinesfalls gewaltsam geöffnet werden. Die dabei entstehenden Druckwellen könnten die Fische erschrecken und dazu führen, dass diese apathisch durch den Teich "schießen". Sollten Sie den Zeitpunkt verpasst haben rechtzeitig einen Eisfreihalten einzusetzen, ist es ratsam beispielsweise mit einer Gießkanne und heißem Wasser vorsichtig ein Loch in die Eisdecke zu schmelzen und anschl. einen Eisfreihalter an der entsprechenden Stelle zu platzieren.